Die Koexistenz von Physik und Metaphysik in Analogie zur gegenstandslosen 

Suprematie und der Quantenmechanik

Die Physik der vergangenen einhundert Jahre hat gezeigt, dass die Grundstruktur der Welt nicht aus festen, immer weiter teilbaren Dingen besteht, sondern aus Feldern, Wahrscheinlichkeiten und Ereignissen relationaler Beziehungen. Die Quantenwelt ist keine Welt stabiler Objekte. Sie ist ein Möglichkeitsraum, in dem Realität erst durch Beobachtung und Messung in Erscheinung tritt. Damit wird sichtbar, dass sich die physischen Phänomene der Körperwelt nicht vollständig durch das Messbare, Wiederholbare und technisch Nutzbare beschreiben und verstehen lassen. Sie sind der Ausdruck einer Dimension, die über das rein Empirische hinausweist, sodass Quantenphysiker wie Wolfgang Pauli, David Bohm und andere, eine hintergründige Ordnung vermuteten.

Ähnlich äußerte sich auch der Psychiater und Tiefenpsychologe C. G. Jung. Auch er vermutete  uni-versale Strukturen, die sich nicht von individuellen Erfahrungen herleiten lassen. Sein Konzept der Archetypen entspricht Möglichkeitsfeldern, die sich in Bildern, psychischen Gestalten und Zustän-den zum Ausdruck bringen und aktualisieren. Auch sie sind nicht real im empirischen Sinn, den-noch wirken, formen und konfigurieren sie, sind strukturbildend und deshalb wirklich. Zwischen den beiden Bereichen der Quantenphysik und psychischen Metaphysik, bildet sich ein gegen-standsloser „Resonanzraum“, der den Realität strukturierenden Einflüssen zugrunde liegt. Sowohl Pauli als auch Jung sprechen von Ereignissen, die erst im Akt der Wahrnehmung als konfigurierte Gestalten erscheinen. Beide vermuten deshalb eine Tiefenlogik, die sich sowohl physisch als auch psychisch äußert.

In dieser Perspektive wird die Grenze zwischen Physik und Metaphysik durchlässig. Die Quanten-welt zeigt, dass die physische Realität nicht unabhängig von Wahrnehmung existiert und das Kon-ept der Archetypen zeigt ebenso, dass sich psychische Phänomene nicht unabhängig von Wahr-nehmung ereignen. Beide Bereiche sind aufeinander bezogen, weil sie aus derselben Superposi-tion des universalen Möglichkeitsfeldes hervorgehen. Der physikalische Messvorgang der Quan-tenmechanik und das Empfinden psychischer Strukturen sind beides Varianten desselben Vor-gangs: einer Aktualisierung von potenziell Möglichem.

Überträgt man diese Einsicht auf ein gegenstandsloses Bild der Suprematie, zeigt sich, dass die Metaphysik kein Gegenpol zur Physik, sondern deren Tiefendimension ist. Das zeigt sich unter anderem darin, dass auch die physischen Attribute einer Suprematie des Ausdrucks kein Gegen-satz zum psychischen Ausdruck und zu übergeordneten geistigen Strukturen sind. Die Rollbilder lassen sich deshalb als eine übergeordnete Synthese sehen, in der das psychische Universum eines physikalischen Geschehens bedarf, damit geistig strukturierende und sich formierende Attribute, einem wahrnehmenden Empfinden zugeführt werden können. Das universale Quantensystem und ebenso universale Geistige bilden zusammen ein konzeptbildendes Feld, das sich physisch, psy-chisch und geistig entfaltet. Es sind zwei scheinbar verschiedene Sprachen desselben Grundpro-zesses einer gestaltenden Selbstorganisation der Wirklichkeit.